Ein Deutschland, in dem Kinder einfach Kinder sein dürfen

Wenn Einrichtungen sich entscheiden, politisch unkorrekte Verkleidungen ist das zu begrüßen. Eine kultursensibele Erziehung ist ein Eingeständnis zur Komplexität unserer Welt.

„Ich wünsche mir ein Deutschland, in dem Kinder einfach Kinder sein dürfen – ohne dass man ihnen mit drei Jahren sagt, dass sie kultursensibel sein müssen“ – Annegret Kramp-Karrenbauer (WELT)

Ich finde es gut, wenn Einrichtungen sich entscheiden, politisch unkorrekte Verkleidungen nicht zu dulden oder zumindest darum bittet auf diese zu verzichten. Scheinbar kann selbst die Vorsitzende der CDU das Subversive des Faschings nicht handlen, wie soll dann ein Dreijähriger dazu in der Lage sein? Zumal dieser ja nicht „von Natur aus“ Cowboy sein will und auf Indianer schießen. Das Kind steht doch zu oft stellvertretend für seine Erziehungsberechtigten. Eine Erziehung die kultursensibel sein will, ist letztlich ein Eingeständnis zur Komplexität unserer Welt. Warum sollten wir das unseren Kindern nicht schon früh naheliegen?

Bedauernswerterweise entspringt diese Weltanschauung eben dem, was AKK zu unterdrücken versucht: der Phantasie. Die Phantasie eines Kindes braucht keine Einfachheit. Sie ist jenseits der Norm. Rassismen und Diskrimierung hingegen sind wie Mbembe schreibt, „Ausdruck eines Wunsches nach Einfachheit [und] und zugleich der Unkenntnis.“ Also frage ich erneut: Weiter mit „Als ich klein war, war das ok!“ oder bedeutet „Konservativ-sein (wollen)“ mehr?